 |
| Administrator |
Registriert: So 28. Dez 2008, 13:00 Beiträge: 34
|
Zur Diskussion stelle ich folgenden Text der Web-Site der "Roten Fahne" http://Die-Rote-Fahne.eu/headline37.html: "1. Integrierte Identität Integrierte Identitäten bzw. Konzepte sind gefordert, welche auf das gesellschaftliche Ganze fokussieren. Beispiel: Singuläre Kommunikationsmittel, wie aktuell zu G8 oder Oaxaca, finden jenseits der Szene kaum Interesse, weil die Menschen hinter solchen Partikular-Projekten keine Perspektiven und Relevanz für ihre eigene Situation erkennen. Behandlung und Mobilisierung zu solchen Themen machen nur dann nachhaltigen Sinn, wenn dies im Kontext und der gemeinsamen Praxis politischen Agierens auf gesamtgesellschaftlicher Ebene betrieben wird und Zusammenhänge aufgezeigt werden. Konkret auf die Medienarbeit bezogen bedeutet dies, dass diese Themen in der Roten Fahne neben anderen behandelt werden müssten, nicht auf Flugschriften und Medien, die sich unbekannte Aktionisten mehr oder weniger spontan aus dem Ärmel gezaubert haben. Gleiches gilt jedoch auch für Themen mit direktem Bezug, bspw. Hartz IV, also wie die oben angesprochene Aktion. Auch dies interessiert solange eher Niemanden, bis hinter solchen Einzelaktionen ein zusammenhängendes politisches Konzept erkennbar wird, welches in der Lage ist, Kompetenz und eine gesamtgesellschaftliche Perspektive zu kommunizieren. Und das breit gesellschaftlich wahrnehmbar.
2. Zentrales Medienformat Das Gegenteil von gut ist gut gemeint. Je mehr singuläre Medienprojekte, Initiativen und Kampagnen die verstreute Linke initiiert, desto mehr trägt sie zur eigenen Schwächung bei. Mehr Projekte führen nicht zu mehr Qualität in der gesellschaftlichen Kommunikation, sondern tatsächlich zum Verlust an Glaubwürdigkeit und Reputation. Für den Konsumenten dieser ungezählten medialen Produkte, den Bürger, den Leser, den Zuschauer, vermittelt sich durch die unüberschaubare Vielfalt das (völlig richtige) Bild von Orientierungslosigkeit und Inkompetenz. Die Medien-Realität, die durch diese erzeugten Kommunikationsgewohnheiten der Masse, verlangt nach zentralen Medienformaten, welche das Individuum in seiner Desorientierung an die Hand nimmt und ihm die Möglichkeit eröffnet Teil einer gesamtgesellschaftlichen Korporation zu werden. Erst wenn der Status von Kompetenz und Massenverbreitung erlangt ist, macht es Sinn, auf der Grundlage funktionierender Corporate Identity Diversifikation in Sparten zu betreiben.
3. Design Design in Form und Funktion muss durch die Kommunikationsgewohnheiten der Masse antizipierbar sein. Voraussetzung für weiteren Gestaltungsspielraum ist, den Ereignishorizont der Masse überhaupt erst einmal zu erreichen. Das bedeutet, die Linke ist gehalten sich an der Qualität von Corporate Identity, Marketing und Design - den Instrumentarien von Kommunikation in der modernen Mediengesellschaft - des Mainstream zu orientieren und zur Definition eigener Identität kreativ zu erweitern. Dass die Linke hierbei u.a. über den traditionsreichen antifaschistischen Medientitel "Die Rote Fahne", die Zeitung Rosa Luxemburgs, verfügt, ist ein in Geld nicht aufzuwiegender Marketingvorteil. Dieser kann allerdings nur dann ausgespielt werden, wenn er in eine Medienstrategie eingebunden und entsprechend nutzbar gemacht wird.
4. Organisatorische Grundlage Optimale Voraussetzung als Grundlage einer mittel- und längerfristigen Medienstrategie wäre natürlich, wenn die sozialistische Linke bereits zu organisatorischer Einheit gefunden hätte. Durch das sektiererische Agieren der SED/PDS/Linke und deren fortgesetzte neoliberale Orientierung Richtung SPD wurde eine historische Chance aktuell erstmal verzögert. Dennoch bietet in dieser Situation der organisatorischen Neuorientierung der sozialistischen Linken gerade die Medienfrage ein hervorragend geeignetes Arbeitsfeld, um zu einer gemeinsamen politischen Praxis zu finden und den gemeinsamen Diskurs in der Organisationsfrage auf einer zentralen Plattform weiter voran zu bringen.
Trivialer ausgedrückt: Die Leute sind es leid von singulär operierenden Aktionisten, die zu keiner nachhaltigen, gemeinsamen politischen Praxis um das grosse Ganze fähig sind, permanent sinnlos durch die Gegend getrieben zu werden. Analoges gilt in der Medienfrage. Die Leute wollen zentrale, hochqualitative Medien, die ihre Kommunikationsbedürfnisse bedienen und eine geeinte linke Partei, die eine kämpferische und sozialistische Perspektive kommuniziert. Sie wollen schlüssige Konzepte, welche ihnen griffig und memorierbar die Möglichkeit zur eigenen Identitätsfindung bieten und ihre Entfremdung gegenüber gesellschaftlichen Prozessen aufhebt. Die Masse will Einheit, Qualität und Perspektive. "Was haltet Ihr davon?
|
|
|