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 Betreff des Beitrags: Die Realisierungskrise des Kapitals
BeitragVerfasst: Fr 26. Dez 2008, 13:46 
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Administrator

Registriert: Fr 26. Dez 2008, 08:51
Beiträge: 22
Das Kapital steht nicht nur der Menschheit zu ihrer Weiterbildung, zur Entfaltung der Reichhaltigkeit ihres Lebens im Weg, sondern auch sich selbst. Das hat schon Marx im dritten Band des Kapitals zusammengefasst:

„Die wahre Schranke der kapitalistischen Produktion ist das Kapital selbst, ist dies: dass das Kapital und seine Selbstverwertung als Ausgangspunkt und Endpunkt, als Motiv und Zweck der Produktion erscheint, dass die Produktion nur Produktion für das Kapital ist, und nicht umgekehrt die Produktionsmittel bloße Mittel für eine stets sich erweiternde Gestaltung des Lebensprozesses für die Gesellschaft der Produzenten sind.
Die Schranken, in denen sich die Erhaltung und Verwertung des Kapitalwerts, die auf der Enteignung und Verarmung der großen Masse der Produzenten beruht, allein bewegen kann, diese Schranken treten daher beständig in Widerspruch mit den Produktionsmethoden, die das Kapital zu seinem Zweck anwenden muss und die auf unbeschränkte Vermehrung der Produktion, auf die Produktion als Selbstzweck, auf unbedingte Entwicklung der gesellschaftlichen Produktivkräfte der Arbeit lossteuern.
Das Mittel - unbedingte Entwicklung der gesellschaftlichen Produktivkräfte - gerät in fortwährenden Konflikt mit dem beschränkten Zweck, der Verwertung des vorhandenen Kapitals.
Wenn daher die kapitalistische Produktionsweise ein historisches Mittel ist, um die materielle Produktivkraft zu entwickeln und den ihr entsprechenden Weltmarkt zu schaffen, ist sie zugleich der beständige Widerspruch zwischen dieser ihrer historischen Aufgabe und den ihr entsprechenden gesellschaftlichen Produktionsverhältnissen.“ (Quelle: Karl Marx 1894 in MEW 25, S. 260)


Die kapitalistische Verwertungskrise ist der Ausdruck dieses Widerspruchs ihrer eigenen Produktionsverhältnissen und hat verschiedene, selbst einander widersprechende Merkmale: Als erstes steht eine Absatzkrise, weil das Wertwachstum eine Masse an Produkten auswerfen muss, das die Menschen nicht mehr mit ihren Löhnen finanzieren können. Immer mehr Geld wird daraufhin aus der materiellen Wirtschaft herausgenommen und in Spekulation auf künftiges Wertwachstum als fiktives Kapital in den Aktienmarkt gepumpt. Das Kapital sucht damit seine Krise zu besichern und erhofft, aus dem Wertwachstum in anderen Regionen und Märkten einen Wertausgleich zu erhalten. Aber auch dort hängt das Wertwachstum auf Dauer von der materiellen Wirtschaft ab und keine Idee der Welt und auch nicht das beste Rezept können die Grundlagen der Wirtschaft im Stoffwechsel der Menschen ersetzen. In dem Maße, wie die zur Verarmung getrieben werden, weil das Kapital ihre Entlohnung reduziert und immer mehr unbezahlte Arbeit konsumiert, so entzieht es sich auch seine eigene Grundlagen, wird es zu seinem eigenen Totengräber. Das weiß auch jeder halbwegs bewusste Sozialdemokrat.

Marx hat das im 3. Band seines Hauptwerks klar formuliert:
„Der letzte Grund aller wirklichen Krisen bleibt immer die Armut und Konsumtionsbeschränkung der Massen gegenüber dem Trieb der kapitalistischen Produktion, die Produktivkräfte so zu entwickeln, als ob nur die absolute Konsumtionsfähigkeit der Gesellschaft ihre Grenze bilde.“ (Quelle: Karl Marx 1894 in MEW 25, S. 501)

Unmittelbar mit der Reduktion des materiellen Wirtschaftskreislaufs entfaltet sich die Verschuldung des bürgerlichen Staats: Steuer und Sozialabgaben richten sich nach dem wirtschaftlichen Umsatz der Produktion. Von daher reduzieren sich auch seine Einnahmen. Was dem Geldkreislauf im fiktiven Kapital auf internationaler Ebene entzogen ist, kann nicht mehr zum realen Vorschuß der allgemeinen Produktionsbedingungen innerhalb der Nationalökonomie eingebracht werden. Zunehmende Staatsverschuldung soll dies ersetzen. Und das ist ein doppelter Wertentzug: Einmal aus vergangener Produktion gewonnenes Kapital wird zu einer Forderung gegen die Bürger gekehrt, mehr Steuer und Sozialabgaben aufzubringen, um es in der Wirklichkeit zu ersetzen, die es mit der Kapitalspekulation auf dem Aktienmarkt verlassen hat.

Hinzu kommt, dass mit nachlassendem außenwirtschaftlichem Angebot auch die Währung schwächer wird und sich also auch der Import fremder Werte reduziert. Das ist in Bezug auf die globale Wirtschaft folgenschwer: Mit schwacher Währung muss mehr Ware abgegeben werden, mehr der Reproduktion der Menschen entzogen werden. Umgekehrt exportiert eine Inflation auch entwertetes Geld und wird von den auswärtigen Einkäufern entsprechend gemieden. Der Geldmarkt ist daher alles entscheidend. Er kann auch bei problematischer Verwertungslage die kursierenden Geldwerte umkehren, indem er Geld, das zu diesem Zeitpunkt nicht so gut verwertbar ist, als Spekulationsmasse, als noch nicht realisiertes, als fiktiven Kapital festhält, um es zu einem günstigeren Zeitpunkt als Investitionsmasse für eine bessere Wertungslage verfügbar zu machen. Dieses fiktive Kapital verhindert eine Inflation der Geldwerte und erreicht daher in den Krisenzeiten einen hohen Anteil am zirkulierenden Gesamtkapital, derzeit ca. 97% der Gesamtmasse aller verfügbaren Werte.

Entnommen aus:
"Zur Logik der kapitalistischen Krise -
oder: Die Verwertung der menschlichen Kultur" auf:
http://kulturkritik.net/oekonomie/krise ... index.html


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 Betreff des Beitrags: IRKDpuMiLwB
BeitragVerfasst: Do 15. Apr 2010, 12:16 
bNPA99 <a href="http://znbkwcagmmgh.com/">znbkwcagmmgh</a>, lmsyfaukutsm, [link=http://rszowtvxparv.com/]rszowtvxparv[/link], http://fawgidkvdpal.com/


Zuletzt als neu markiert von Anonymous am Do 15. Apr 2010, 12:16.


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